Themen und Bücher für Konzertlesungen, Autorenlesungen und Vorträge



Dass wir heute frei sind...




Die größte und einflussreichste Menschenrechtsbewegung der Welt wird 50 Jahre alt: Amnesty International. Aus diesem Anlass erscheint im Verlag Sauerländer ein sehr vielseitiges Lesebuch für Jugendliche und Erwachsene mit Originalbeiträgen von Schriftstellerinnen, engagierten Jugendlichen und Insidern, herausgegeben von den erfahrenen Autoren und Amnesty-Experten Urs M. Fiechtner und Reiner Engelmann, die bereits seit Jahrzehnten über Themen rund um die UN - Menschenrechtserklärung publizieren.

Mitgearbeitet haben u.a. der renommierte Journalist und Mitbegründer der Deutschen Sektion Gerd Ruge, Belletristiker/innen wie Charlotte Kerner, Uschi Flacke, Sakir Bilgin und Nasrin Siege, prominente Amnesty-Vertreter wie Larissa Probst und Stefan Kessler, Menschenrechtsexperten wie Ingo Jacobsen und Mathias John, ehemalige politische Gefangene wie der in der DDR inhaftierte Roland Brauckmann sowie Mitglieder aus den Jugend- und Hochschulgruppen von Amnesty. Ihre Erzählungen, Fallschilderungen und autobiographischen Geschichten bieten einen Blick hinter die Kulissen der weltweiten Menschenrechtsbewegung, berichten über die spannenden Möglichkeiten, sich für die Durchsetzung der eigenen Rechte einzusetzen und richten einen Scheinwerfer auf diejenigen Konflikte rund um die Menschenrechte, die in der Öffentlichkeit sonst kaum behandelt werden.
Das literarisch sehr abwechslungsreiche Buch richtet sich nicht nur an Erwachsene, sondern ausdrücklich auch an Jugendliche.



Konzertlesung

Möwenzungen




Wenn jemand 30 Jahre Erfahrung mit dem Kulturbetrieb hinter sich hat, jede Menge Publikationen in einem guten Dutzend von Verlagen und ein paar Tausend öffentlicher Auftritte dazu, wenn er außerdem immer versucht hat, sich aus den Verformungen und Untiefen der hybriden Betriebsamkeit heraus zu halten, dann hat er viel zu erzählen.
Fiechtner und Vesely gestalten jeden Abend anders; sie erzählen amüsant und selbstironisch von ihren Erfahrungen, geben erhellende Einblicke in die Welt hinter den Kulissen des Kulturbetriebes und beschreiben mit einer Auswahl von Gedichten, Liedern und Kurzprosa aus alten und neuen Büchern ihren Umgang mit Literatur und Musik.

Fiechtner und Vesely arbeiten seit 30 Jahren zusammen, nicht nur bei zahlreichen Büchern oder Musikproduktionen, sondern auch als literarisch-musikalisches Duo auf der Bühne - ihre Konzertlesungen, in denen der herausragende ’Vorleser‘ und der brillante Gitarrist mit unspektakulären, auf das Wesentliche reduzierten Mitteln Sprache und Musik zu einer virtuos gestalteten Einheit verbinden, haben Maßstäbe gesetzt und sind längst zu einem festen, auch von anderen Künstlern übernommenen Begriff geworden.

Auf einstudierte Programme wird verzichtet, dem Publikum werden keine Wiederholungen vorgesetzt: Fiechtner und Vesely suchen in freier Improvisation den lebendigen, immer wieder neuen Dialog zwischen Literatur und Musik und lassen jede Konzertlesung ihre eigene, unverwechselbare Geschichte erzählen.


Dies ist mein Haus

Wenn Fiechtner und Vesely eine Konzertlesung mal nicht aus den eigenen Büchern bestreiten, dann hat das immer einen guten Grund. Ein besonders guter Grund hieß in den 30 Jahren ihrer Zusammenarbeit immer wieder Neftali Ricardo Reyes Basoalto, geb. 1904 in Parral, gestorben 1973 in Santiago/Chile, Lyriker, Diplomat, Präsidentschaftskandidat, Kosmopolit, Literaturnobelpreisträger, besser bekannt unter dem Namen Pablo Neruda. Er gilt als der bedeutendste lateinamerikanische Lyriker des 20. Jahrhunderts, hatte sich lebenslang in die Politik seines Landes eingemischt, die lateinamerikanische Literatur geprägt wie kaum ein anderer und sich, Nobelpreis und andere Auszeichnungen hin oder her, als poeta del pueblo, als Dichter des Volkes, in die Herzen (nicht nur) der Lateinamerikaner geschrieben.
Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely haben sich von Anfang an immer wieder mit Übersetzungen und Vertonungen der Werke Nerudas beschäftigt. In dieser Konzertlesung ziehen sie eine Zwischenbilanz ihrer Sicht auf sein Leben und Werk. Ohne umständliche Kommentare lassen sie mit neuen Über-setzungen und Vertonungen von Texten Nerudas ihn selbst seine Haltung zur Literatur und zum Leben erklären.


Die Poesie, vielleicht

Was bedeutet eigentlich Literatur, welchen Sinn hat das ganze Geschreibe und wie sieht es bloß in den Köpfen der Literaten aus ? – Diesen und anderen Fragen gehen Fiechtner und Vesely mit einer Auswahl von Gedichten und Kurz-geschichten aus den 30 Jahren ihrer Zusammen-arbeit nach, wobei sie sich hier und dort in Gestalt von Veselys Vertonungen deutscher Klassiker von Goethe über Herwegh und Heine bis hin zu Brecht und Kästner auch mal des Rates ehrwürdigerer Kollegen versichern und in ihren eigenen Texte die eigene Zunft nicht schonen (siehe u.A. Fiechtners Literatensatire „Der Dichter“ im Schmetterling- Verlag Stuttgart).

Mit den Mitteln der Literatur und der Musik ist dies eine mal nachdenklich-analytische, mal vergnüglich-ironische Revue durch das Verständnis und Selbstverständnis der Literatur, der Literaten und der ‚Kulturschaffenden‘ überhaupt sowie des mit all dem einhergehenden Getriebes und Betriebes - nicht nur, aber besonders in Deutschland.

Der Verweis auf deutschsprachige Autoren von der Klassik bis hin zur Moderne im ungewohnten Gewand der Vertonungen des chilenischen Poeten und Komponisten Vesely bildet die Klammer um Gedichte, Prosaskizzen, Erzählungen und Lieder des deutsch-latein-amerikanischen Duos, in denen sie mit einer großen Vielfalt von literarischen und musikalischen Formen den Verhältnissen in der Kunst, unserem Verhältnis zu ihr und dem zuweilen schwer verständlichen Verhalten mancher Künstler nachspüren. Das lateinamerikanische daran deutet nicht nur die Musik an, sondern die ästhetische Kraft der Botschaft: packend durch Schönheit...
(DIE ZEIT)

Selten hat der Literaturfreund Gelegenheit, einem Autor zuzuhören, der nicht nur schreiben kann, sondern der seine außergewöhnlichen Texte auch hervorragend vorzulesen versteht. Den Besuchern hat Fiechtner zwei Stunden Sprachgenuss beschert.... Wegen der Themen und wegen der Form, in der sie behandelt werden: Denn durch die Zusammenarbeit mit Vesely entsteht eine einmalige Symbiose der beiden Kulturgegenden...
(Badische Zeitung)

Es gibt sie noch: Künstler, die ohne Verstärker und technische Hilfe, allein durch Sprache und Musik, das Publikum in den Bann ziehen...
Durch die eigenwillige Mischung aus Poesie, gekonnten Gitarren-Intermezzi, lyrischen und in feinster Harmonie abgestimmten Wechseln der Geschichten, wurde die Konzertlesung eine spannende Variante im bekannten Vortrags-Einerlei...
(Lübecker Nachrichten)



Poesie und Musik

Das lyrisch-musikalische Zusammenspiel selbst ist es, das hier im Vordergrund steht – sozusagen die reinste Form der von Fiechtner und Vesely seit 30 Jahren zum Begriff ge-machten und oft kopierten „Konzertlesung“, die, jedenfalls nach ihrer Definition, den lebendigen, frei improvisierten und daher immer wieder neuen Dialog zwischen Literatur und Musik sucht.

Folgen Fiechtner und Vesely bei der Zusammenstellung einer Konzertlesung sonst einem vorab festgelegten Thema oder einem Buch, das den ‚Roten Faden‘ für die Auswahl und Verknüpfung ihrer Erzählungen, Gedichte und Lieder vorgibt, so wird hier das tausendfach erprobte Verfahren umgedreht und auf jede thematische Festlegung verzichtet. Stattdessen sind es die einander ergänzenden und miteinander kontrastierenden Gedichte Fiechtners und die poetischen Lieder Veselys, die sich in Rede und Gegenrede ihre eigene Welt schaffen, und die in einer immer wieder neuen Auswahl jede Konzertlesung eine neue, eigene Geschichte erzählen lassen.

Eine Konzertlesung dieser Art ist ein Unikat. Sie findet nur ein Mal statt und lässt sich nicht wiederholen - Poesie und Musik pur, sozusagen. ...“eigentlich folgen wir einem uralten Weg“, erläutern Fiechtner und Vesely, „Poesie und Musik gingen in Europa über Jahrhunderte Hand in Hand“. Mittlerweile aber haben sich ihre Wege getrennt, und so mussten sie für ihre Arbeit ein neues Wort erfinden – Konzertlesung. „In den ersten Jahren hat keiner verstanden, was das wohl sein sollte“, amüsiert sich Fiechtner, „aber inzwischen verwendet alle Welt den Begriff wie selbstverständlich, und manchmal auch ganz falsch...“
(El Mercurio / Chile)

...und was dann folgte, war ein Programm, das mit seiner Musik begeisterte, mit seiner Lyrik verzauberte. Ein Programm, bei dem Lyrik und Musik in idealer Weise miteinander verbunden waren. Wenn Sergio Vesely spielte und sang, dann hatte man das Gefühl, er rezitiere zu den Klängen seiner Gitarre. Die Musik war nicht Begleitung, sie interpretierte vielmehr und schuf einen Raum, in dem die Texte erst richtig zur Geltung kamen...
Die Lyrik an diesem Abend stammte von Urs M. Fiechtner. Meisterhaft vorgetragen, bleib sie nicht ohne Wirkung auf die Zuhörer. Farbige und kontrastreiche Bilder entstanden vor dem inneren Auge und entführten die Besucher in weit entfernte Welten - um dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden...
(Schwäbische Zeitung)

...sie bauen darauf, dass Kunst den Boden zu bereiten vermag für eine bessere Welt. So versuchen sie, gemeinsam und mit anderen, ernstlich multikulturell zu wirken, Erfahrungen und Kulturkreise zu verbinden, neue künstlerische Genres zu erfinden...
(Leipziger Volkszeitung)



Konzertlesung

Über Dichter

Eine Autorenlesung über die Literatur selbst, eine Reflektion über die Hintergründe und den Sinn (zuweilen auch Unsinn) schriftstellerischen Tuns sowie über die Grenzen und Möglichkeiten der Literatur, zusammengefasst aus dem Blickwinkel eines Autors, der seine Themen ernst, sich selbst und seine Zunft aber nicht so wichtig nimmt.

In Kurzgeschichten, in poetischen Texten und wohlbegründeten Satiren gibt Urs M. Fiechtner Einblicke in die literarische Welt vor und hinter den Kulissen, gibt Einblicke in das Entstehen von Literatur, in die Motive, die für ihr Entstehen verantwortlich sind, in die Beweggründe der Autoren und in den Stellenwert, der all dem beizumessen ist - mal mit dem angebrachten Ernst und mal sehr im Gegenteil, mal mit ernüchternder Präzision und mal mit forensischer Leidenschaft, mal mit pointierten, überaus erhellenden Analysen und mal mit sprachgewaltiger, sprühender (Selbst-) Ironie.

Der Titel der Autorenlesung geht zurück auf ein sprachartistisches Prosagedicht von Urs M. Fiechtner, (DER DICHTER - Ein Lautlesegedicht für eine Stimme) das durch seine Lesungen und Konzertlesungen weithin bekannt wurde und schon in Kopien oder Raubdrucken kursierte, lange bevor es gedruckt vorlag - weil es sich ständig veränderte und erneuerte und andauernd umgeschrieben wurde.

Inzwischen gibt es eine gedruckte Fassung, ausgestattet mit Illustrationen von Sergio Vesely (im Schmetterling-Verlag, Stuttgart), auf Wunsch mit einer CD, die den gesamten Text des Buches enthält, gelesen vom Autor, sowie kommentierende Lieder von Sergio Vesely nach Gedichten von Fiechtner.
Ganz fertig ist das Buch aber immer noch nicht - Fiechtner schreibt weiter daran, was nicht selten während seiner Lesungen geschieht, in denen er gelegentlich den geschriebenen Text verlässt und ihn in freier Improvisation fortschreibt.

„Sein Hund heißt Hemingway. ‚Weil er mal ein Nierenleiden hatte und sehr viel soff‘. Herrchen Urs M. Fiechtner hat ein sichtlich entspanntes Verhältnis zum Literaturbetrieb. Ein Schriftsteller, der dem ‚Seewolf‘ ähnlicher sieht als einem Schreibtischtäter. Er hat genügend Erfolg, um sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Persönliche Distanz hält er für wichtig, um dem Leser eine Tür in diese morbide Realität zu öffnen...“
(Stuttgarter Zeitung)

„Das Engagement spricht aus jeder Zeile, leise, eher anfragend als fordernd und darum um so nachdenklicher stimmend. Ein Autor, der, weil er sich aussetzt und ausgesetzt hat, aus seinen reichen Erfahrungen Bilder, Geschichten und Reflexionen filtert...“
(Ingeborg Drewitz / Darmstädter Echo)

„Fiechtner ersetzt mit seiner modulationsfähigen Stimme und mit seinen mimischen und gestischen Fähigkeiten ein kleines Ensemble. Seine Texte geben ihm Gelegenheit, sein Können voll auszuspielen. Dabei verzichtet er bewußt auf plattes Agitieren, schulmeisterliches Belehren und moralinsaure Tiraden..“
(Main-Echo)



Geschichten aus dem Niemandsland

Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely

Eine zurückhaltende, weder plakative noch polemische Auseinandersetzung mit einem schwierigen Thema: das Recht und die Würde, die Identität und Integrität des Menschen in einer von politischen und sozialen Konflikten gezeichneten Gegenwart.
Die Gedichte, Kurzgeschichten und Lieder von Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely berichten aus unterschiedlichen, oft überraschenden Perspektiven vom Umgang mit dem Menschenrechtsbegriff unserer Zeit, von Opfern und Tätern, von der inneren und äußeren Situation der Verfolgten und von den Versuchen, den Verfolgern zu widerstehen.

Die Autoren veröffentlichen seit vielen Jahren über diesen Themenkreis, beide haben ihre ganz persönlichen Erfahrungen damit. Die Texte, die sie für Konzertlesungen jeweils individuell auswählen - das Thema verträgt keine feststehenden ‘Programme’- haben daher alle etwas gemeinsam: sie sind keine Produkte schriftstellerischer Phantasie, sondern gehen auf Augenzeugenberichte und Dokumente aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa zurück. Dennoch - oder gerade deshalb - geht es Fiechtner und Vesely nicht um bestimmte Länder oder spezifische (tages-) politische Probleme, sondern um den, von Zeit und Ort gelösten, uns alle angehenden Zustand des in seinen Rechten, seiner Würde und seiner nackten Existenz bedrohten Menschen.

„Ihre Geschichten, Gedichte und Lieder sind eindrucksvoll, sprachlich ausgefeilt, ohne Pathos, feinfühlig sind Text und Gitarre aufeinander abgestimmt. Bestechend - man kennt es aus erhaltenen Notizen der KZ-Häftlinge -, daß es die Poesie ist, ja sogar der Humor, die, wenn schon nicht das Leben, so doch das ‘Menschsein’ retten, die Qualen ertragen helfen. Nichts Weinerliches wurde da vorgestellt, obwohl es nur einleuchtend wäre, sondern eine Zukunftserwartung ausgedrückt, ein Überlebenswille, der den Zuhörern nicht das unseligste aller Gefühle, das ohnmächtige Mitleid, sondern Achtung abrang... Deshalb nimmt man es Fiechtner und Vesely wie nur noch wenigen aus der engagierten Kunst ab - selbst wenn man nichts von ihren eigenen Erfahrungen wüßte - daß sie ‘singen wegen der Kinder, wegen der Zukunft und wegen allem...’ (Mario Benedetti) - Ein Glanzlicht zum Abschluß der Dachauer Friedenswoche in der Versöhnungskirche...“
(Süddeutsche Zeitung)



Fremd in Deutschland

Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely



Gedichte, Kurzgeschichten, Prosaskizzen und Lieder über das Exil an sich, besonders aber über das Exil und Asyl in Deutschland und über andere Gründe, in Deutschland fremd zu sein. - Oder auch befremdet zu sein.
In oftmals überraschenden Wendungen wird vom Leben und Denken von Flüchtlingen erzählt, der einzelne Mensch und sein individuelles Schicksal hinter den Zahlenkolonnen der Statistiken sichtbar gemacht. Berichtet wird von den Gründen, die Heimat zu verlassen und - meist unfreiwillig - eine neue zu suchen oder doch wenigstens einen vorübergehenden Schutz, von den Schwierigkeiten, in Deutschland Schutz zu finden, von den unterschiedlichen - und bisweilen seltsamen - Perspektiven, aus denen In- und Ausländer einander beäugen, - und nicht zuletzt von der Frage, was den Umgang miteinander eigentlich so schwierig macht.
Hier und dort wird offengelassen, ob Ausländer oder Inländer gemeint sind, wenn von ‘Fremden’ die Rede ist, und worin die Andersartigkeit liegen mag, die sie trennt. Oder auch nur zu trennen scheint...

„Eine ansprechende und wirkungsvolle Symbiose aus sprühend vorgetragenden, bildreichen Texten und ausdrucksstarken, melodischen Liedern, die von Vesely mit brillantem Gitarrenspiel begleitet werden. Eine Mischung auch aus bedrückenden Gedanken und entspannenden, pointiert-humorvollen Szenen... Wie man sich fühlt als Fremder in Deutschland und was es Befremdendes gibt in deutschen Landen...“
(Badische Zeitung)

„Die vielschichtigen Empfindungen und Gedanken eines Menschen im Exil, in einem fremden Land und fern von seiner Heimat, lassen sich schwer beschreiben. Fiechtner und Vesely gelang es, die Schwierigkeiten mit der Situation und die emotionale Verwirrung des Betroffenen bildhaft und interessant darzulegen. Die Konzertlesung konnte durch die gelungene Kombination von Literatur und Musik die Aufmerksamkeit wesentlich wirkungsvoller auf die Probleme der Flüchtlinge lenken als trockene politische Vorträge. Teils mit Nachdenklichkeit, teils mit Humor und Ironie öffneten Fiechtner und Vesely in ihren Liedern und Geschichten einen Einblick in die Welt des Exils...“
(Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

„Ihre Konzertlesung ist etwas Besonderes, (...) wohlgemerkt nicht einfach Literatur plus Musik, auch nicht Collage aus beidem. Es handelt sich um eine tatsächlich erstaunliche Kunstform, suggestiv wirkende Symbiose von Text, Gesang und Klang. (...) Sie sind auf Wahrheitssuche, geduldig, unverdrossen. Und sie verbieten sich, mit den Ergebnissen andere zu überfallen. Fiechtner und Vesely stellen nur die Fragen. Antworten werden nicht mitgeliefert.“
(Leipziger Volkszeitung)



Konzertlesung

Was sind das für Zeiten...

Konzertlesung
mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely


Was sind das für Zeiten / in denen man sich entschuldigen muß / für ein Liebesge-dicht... - so beginnt Fiechtners ‘Antwort für Bertolt’, die er seinem Gedichtband „Inmitten von allem...“ vorangestellt hat. Eine Konzertlesung also über das vielleicht älteste und sicher beständigste Thema aller Poesie, eine Konzertlesung aber auch über solche Zeiten, unsere Zeiten, in denen - inmitten von allem, was uns bedrängt - die poetische Beschäftigung mit diesem Thema seltsam unpassend erscheinen mag.
Mit ihren Gedichten, Liedern und kurzen Erzählungen unternehmen Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely einen Streifzug durch die sehr vielen Bedeutungen, die das Wort ‘Liebe’ haben kann und durch die Vielfalt der literarischen und musikalischen Möglichkeiten, sich dem Thema anzunähern - überraschende Wendungen eingeschlossen. Sie spüren der Liebe nach, auch und gerade an Orten und in Situationen, wo wir ihre Existenz nie vermuten oder für längst erledigt halten würden und ziehen eine gerade Linie von dem scheinbar privatesten, persönlichsten aller Gefühle hin zur Menschenliebe und - wie es in einem Lied Veselys heißt - dem Grund, ein Mensch zu sein

„Kostbare Liebesgedichte aus der Feder Urs M. Fiechtners... Schon in den ersten drei Zeilen spricht einem der Poet aus dem Herzen: ‘Was sind das für Zeiten / in denen man sich entschuldigen muß / für ein Liebesgedicht.’ Doch es geht weiter im Text: ‘Die Zeiten waren nie anders.’ Typisch Fiechtner. Typisch, wie er hier den guten Glauben konterkariert und jählings das Privatime, das Diskrete mit scharfem Strich ins Öffentliche kehrt. Nichts freilich, was gegen das Liebesgedicht spräche! Am Ende heißt es, man lasse sich nicht das Maul verbieten. Denn die Gedichte ‘bereiten den Boden für eine andere Zeit.’ Das kann Poesie leisten.
Wo er sonst die Feder wetzt, hier gelangt er zum einfachen Ausdruck, zu frei schwebenden Zeilen, die keine Deutung mehr heischen - ewig. (...) Innig ist dieser Dank an die Liebe, phantastisch an anderer Stelle. Doch Fiechtner wäre nicht Fiechtner, würde er nicht mit einem Male von ganzem Herzen losschimpfen und stolz der Unmenschlichkeit die Stirn bieten. ‘Wo die Liebe nicht ist’, da ist er hart und macht einen genialischen Ausflug in die konkrete Poesie, ins Abstruse - in diesem Kontrast erscheint die Sprache der Liebe doppelt klar.“
(Südwest Presse)



Mario Rosas

Autorenlesung für Jugendliche und Erwachsene mit Urs M. Fiechtner

Eine dokumentarische Erzählung zur Zeitgeschichte, ein Buch über Flucht, Exil und Asyl, über Anpassung und Widerstand, über das Aufeinanderprallen von Klischeevorstellungen und über die schwierige Suche nach Orientierung in verwirrenden, zuweilen absurd anmutenden Zeiten.

„Die tägliche Realität“ - sagt Urs M. Fiechtner zu seiner Arbeitsweise, wahre Geschichten aufzugreifen- „geht manchmal so seltsame Wege, daß auch der seltsamste Dichter nichts mehr hinzuphantasieren könnte.“ Hier greift er die Geschichte eines jungen Flüchtlings auf, der vor der Militärdiktatur seines Landes in das Land flieht, aus dem seine Vorfahren, ebenfalls als Flüchtlinge, gekommen waren: Deutschland.

„Mario Rosas - Die Geschichte einer Flucht“ ist ein Buch über eine wiederholte Flucht in umgekehrter Richtung, aber unter ähnlichen Vorzeichen. In komprimierter Form wird hier Zeitgeschichte umfaßt und ebenso kenntnisreich wie spannend erklärt, gleichzeitig wird, ohne moralischen Gestus und nicht selten mit hintergründigem Humor, auf jene anderen Formen des Fliehens verwiesen, die solche Zeitgeschichte erst möglich machen: das nicht-hinsehen-wollen, die unkritische Anpassung, das bequeme, aber gefährliche Verharren auf Phrasen und Vorurteilen, die uns wohl die Mühe eigenen Nachdenkens ersparen, aber unser Zusammenleben so schwierig machen; - erst recht das zwischen Inländern und Ausländern.

„In erzähltechnisch interessanter Verschränkung von Zeit- , Handlungs- und Problemebenen läßt Fiechtner Mario Rosas lebendig werden. Die Auseinandersetzungen zwischen Mario und seinem Vater spiegeln die politischen Zustände in Chile während der Regierungszeit Allendes und nach dem Militärputsch Pinochets wider. Der Vater, der als David Rosenbaum in Frankfurt am Main geboren wurde, ist als Kind auf der Flucht vor der rassischen Verfolgung der Nationalsozialisten nach Chile gekommen, hat sich hier völlig assimiliert und ist als David Rosas zu einem angesehenen Geschäftmann aufgestiegen. Seinem Sohn, der sich mit Freunden während der Regierungszeit Allendes in den Elendsvierteln Santiagos engagiert hatte, steht er verständnislos gegenüber. Pinochets Putsch ist für David die Rettung des Vaterlandes. Mario dagegen arbeitet im Untergrund gegen das Militärregime.
Für Mario bleibt unfaßbar, daß der Vater die Augen vor der Wirklichkeit in Chile verschließt, daß er die Parallelität zu den Ereignissen in Deutschland 1933 nicht erkennt... Als Mario selbst von der Verhaftung bedroht wird, verhilft ihm der Vater zur Flucht, zunächst nach Argentinien, von wo ihn der Militärputsch Videlas wenig später wieder vertreibt. Diesmal nach Frankfurt - Ironie der Geschichte?! Mario stellt einen Asylantrag. Mit der Beschreibung des Lebens eines Asylbewerbers aus der Sicht des Betroffenen zwingt Fiechtner den Leser zur Wahrnehmung von Problemen, macht Klischeevorstellungen bewußt und damit fragwürdig... Fiechtner entgeht der Gefahr der Schwarzweißmalerei, indem er auch Mario und die anderen Asylbewerber nicht als frei von Vorurteilen erscheinen läßt...
Fiechtners engagiertes, in Passagen durchaus parteiisches Buch ist spannend und informativ zugleich und fordert zur Auseinandersetzung heraus.
(Der Tagesspiegel)



Annas Geschichte

Urs M. Fiechtner

Autorenlesung für Jugendliche



"Annas Geschichte“ gehört zu den bekanntesten Büchern von Urs M. Fiechtner, erhielt viele Literaturpreise und Auszeichnungen, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und gehört heute zur Lektüre in vielen Schulen.

Die Erzählung für Jugendliche (ab ca 14 Jahren) und Erwachsene beruht auf der Geschichte einer Familie, die wegen ihres politischen und sozialen Engagements verhaftet wird und „verschwindet“ - das heißt in jene geheimgehaltene, offiziell geleugnete Form politischer Haft gerät, die von immer mehr Staaten praktiziert wird und die nur wenige Menschen überleben. „Anna“, ihre jüngere Schwester und ihre Mutter haben es dank des Eingreifens von amnesty international und anderer Menschenrechtsorganisationen überlebt und konnten darüber berichten.

Urs M. Fiechtner, der sich seit vielen Jahren mit den Formen und Folgen von Menschenrechtsverletzungen beschäftigt, hat die Geschichte aufgegriffen und in einer weitgehend von Ort und Zeit gelösten - und somit übertragbaren - Form literarisch umgesetzt. Grundlage für sein Buch waren nicht nur die individuelle Erfahrung weniger Menschen, sondern mehrere Hundert Berichte von Betroffenen, Zeugenaussagen und Dokumente aus über 30 Ländern der Welt. Erzählt wird die Geschichte vor dem Hintergrund sozialer und politischer Konflikte in Lateinamerika. Auch nach dem Zusammenbruch vieler „klassischer“ Militärdikaturen fühlt sich das Militär in den meisten Ländern als Garant der inneren Sicherheit, mit nur wenigen Ausnahmen haben fast alle Länder Lateinamerikas in der Vergangenheit das „Verschwindenlassen“ von Oppositionellen praktiziert, in nicht wenigen Ländern der Welt gehört diese besonders grausame Form politischer Gefangenschaft nach wie vor zum Alltag.

‘Annas’ langer Weg durch geheime Verhörzentren, Haftlager und Gefängnisse steht stellvertretend für die Geschichte vieler Menschen und ist - leider - ein Bericht aus einer uns täglich umgebenden Realität, von der viele wissen, aber nur wenige reden.

„Bisweilen greift man sich an den Kopf, wenn wieder einmal Literaturfunktionäre mit traumwandlerischer Sicherheit die ‘ausgewogene’ Mittelmäßigkeit preiskrönen. Grund zur Freude aber gab es, als dieses erschütternde, ergreifende, erhellende Buch ausgezeichnet wurde... Die Geschichte einer Verschwundenen : So ist es beinahe unterkühlt im Untertitel formuliert. Annas Schicksal steht beispielhaft für das Leben vieler Menschen, die plötzlich in die brutale Maschinerie einer Diktatur geraten. Daß das Muster des Nazi-Terrors unserer Vergangenheit durchscheint, liegt gewiß in der Absicht des Autors, der sich seit Jahren in Menschenrechtsorganisa-tionen engagiert. (...) Als Studentin führt Anna ein unbeschwertes Leben in einer lateinamerikanischen Großstadt. Von den Aktionen des Widerstandes ge-gen die Willkür der Machthaber erfährt sie zunächst nur sporadisch. Dann lernt sie Rodrigo kennen, verliebt sich in ihn. Die beiden heiraten und erleben eine kurze Phase intensiven Glücks. Anna wird schwanger. Ihr Bewußtsein ist schärfer geworden. Sie will nicht länger schweigend die Ungerechtigkeiten hinnehmen, die die Regierung Tag für Tag den Menschen zufügt, und sie mischt sich ein... In 24 Szenen schildert Urs M. Fiechtner Annas Geschichte. Eine authentische Geschichte, deren Fakten und Zeugen der Autor in einem Nachwort benennt (verschlüsselt natürlich, um sie nicht zu gefährden). Sie erzählt von Demütigung und Folter und jener menschenverachtenden Gewalttätigkeit, die zum barbarischen Wesen jeder Diktatur gehört. Sie erzählt aber auch von Menschen wie Anna, die in ihrem Zorn und ihrer Verzweiflung die Angst überwinden und ihr Leben einsetzen für das Leben der anderen... Also auch eine Geschichte von der Hoffnung? Ja, trotz allem. Und hoffentlich erhellt sie viele Köpfe!“
(DIE ZEIT)



Konzertlesung

Verschwunden - In geheimer Haft

Vortrag
oder
Autorenlesung mit Urs M. Fiechtner
oder
Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely


„Mit dem Band Verschwunden - In geheimer Haft fügt Urs M. Fiechtner mit seinem deutschen Originalbeitrag der jetzt 14 Bände umfassenden Enzyklopädie der deutsch-französischen Reihe „Ich klage an“ einen Höhepunkt hinzu. Klar und genau gedacht, ohne kalt zu werden, entwickelt Fiechtner die Mechanik und Logik eines Terrors, der darauf beruht, Angst und Hoffnung als teuflisch schizophrene Kombination zu installieren. Gegen Verhaftung, gerichtliche Willkürurteile, öffentliches Gemetzel oder Unterdrückung von Demokratie lässt sich protestieren und Öffentlichkeit mobilisieren, nicht gegen das Verschwinden. Die Liste der Staaten, in denen das "Verschwinden" zur Praxis wurde, ist schrecklich lang, von südamerikanischen Demokraturen bis zu befreundeten Staaten wie Türkei und Indien - die "Erfindung" im 20. Jahrhundert hat ein deutsches Patent: den Nacht-und-Nebel-Erlass vom 7. Dezember 1941. Verschwundene leben, aber sie existie-ren nicht, die Angehörigen können nicht suchen, weil offiziell niemand vermisst wird. Catch 22 nannte Joseph Heller diese Form der Logik. ‚Der Tag, an dem Elena verrückt wurde‘ heißt eine große Geschichte dieses Bandes, in der Eltern vergeblich darauf warten, dass ihre 16-jährige Tochter wieder nach Hause kommt. "Mitleid ohne Verständnis schafft keine Nähe und erst recht keinen Trost, sondern Distanz." Urs M. Fiechtner verbindet beides. Klagen nicht öfters Pädagogen, sie wüssten nicht, wohin mit ihrem Schullektüre-Etat?“
(DIE ZEIT)



Notizen vor Tagesanbruch

Konzertlesung
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely



Eine aktuelle und doch beständige, immer wieder neu und anders akzentuierte Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir leben und welche Haltung wir einnehmen in Zeiten, die so friedlich nicht sind, wie sie scheinen und in denen Freiheit und Sicherheit zum Besitzstand eng umgrenzter Minderheiten gehören; - ein Innehalten, eine Verschnaufpause bei ein paar jener Fragen, von denen wir wohl wissen, daß sie unsere Existenz unmittelbar berühren, die uns aber im Getriebe des Alltages immer wieder entgleiten.

Mal mit nüchtern-analytischer Nachdenklichkeit, mal mit freundlicher Ironie und gelegentlich mit befreiendem Spott umkreisen die Gedichte, Kurzgeschichten und poetischen Lieder von Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely den Umgang des Menschen mit sich selbst und mit anderen, unser Verhältnis zu den Rechten und der Würde, die uns zwar angeboren sind, die wir aber nicht immer pfleglich behandeln und oftmals erst einfordern, wenn es zu spät ist - oder gar nur für uns selbst, nicht aber für andere gelten lassen. Vor dem Hintergrund einer Zeit, die mit ihren so persönlichen wie politischen Herausforderungen nicht gerade geizt und uns den Blick in den Spiegel zuweilen schwer werden läßt, fragen Fiechtner und Vesely vorsichtig und unaufdringlich nach den Wegen, zu widerstehen und vor uns selbst zu bestehen.
„Es sind die Niedergeschlagenen, die das Geschäft der Niederlagen treiben “, heißt es kurz und trocken bei Fiechtner, „ - ohne sie wären die Niederlagen hilflos. Nur kleine Anekdoten auf unserem Weg.“

„...eine faszinierende multikulturelle Mischung über Grenzen hinweg, ein artifizielles, künstlerisches Fanal gegen den geistigen und moralischen Niedergang in unserem Lande. Gleichwohl lassen die Gedichte und Lieder ihre Anlässe weit hinter sich, dringen tief vor, auch und gerade in unsere Befindlichkeit. Fiechtner und Vesely eint ein gemeinsamer lyrischer Ton aus wissender Trauer, aus glühender Menschenliebe, aus Lakonie und verhaltenem Witz, aus vorsichtiger Emphase, aus trotziger Zuversicht und ungebrochener Hoffnung...
Immer ist der Ton differenziert, Kopf und Herz gleichermaßen bannend oder schmerzhaft berührend, wenn der lyrische Text Erkenntnis vermittelt, die in Selbsterkenntnis umschlägt - die Beschäftigung mit der Frage ‘wie leben wir’ ist hier in jedem Moment authentisch...“
(Norddeutscher Rundfunk, Literatur Journal)



Schlafe, mein Deutschland...

Konzertlesung
mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely



Es ist Georg Herwegh (1817-1875), der deutsche Dichter des Vormärz und badische Revolutionär, den Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely nicht ohne Absicht zum Namenspatron für ihre Konzertlesung über deutsche Befindlichkeiten gewählt haben. Der Titel Schlafe, mein Deutschland... zitiert ein liebevoll-spöttisches Gedicht Georg Herweghs, das, von Sergio Vesely vertont und in ein Lied verwandelt, hier als Motto über einer literarisch-musikalischen Betrachtung des demokratischen Geistes in Deutschland steht.

Eine ganze Reihe von Texten sehr verschiedener Autoren der ‘bürgerlichen Revolution’, von Vesely aus seiner ja nicht unbedingt ‘deutschen’ Perspektive vertont und gesungen, bilden das geistig-historische Bindeglied dieser Konzertlesung, die jedoch nicht bei dem Jahr 1848 und seiner historischen Würdigung stehenbleibt, sondern, unter ständigen Querverweisen zwischen Geschichte und Gegenwart, den demokratischen Impuls jener Epoche aufgreift und danach fragt, was in den Köpfen von heute daraus geworden ist.

In ihren Gedichten, Prosaskizzen und Liedern fragen Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely nach dem Zustand demokratischen Bewußtseins heute, nach unserer Fähigkeit, Geschichte zu gestalten anstatt ihr zu unterliegen, nach Untertanengeist und nach den Geistern (restaurierter?) Obrigkeit - und, immer wieder, nach dem Standort der Rebellen und nach der Notwendigkeit, zur rechten Zeit am rechten Ort ‘Nein!’ zu sagen.


„...so kann man feststellen, daß ihre Lyrik zwar eine bemerkenswerte Vielfalt im Formalen aufweist, sie sich aber über die Jahre in der großen, fast einzigartigen Kunst treu geblieben sind, zwei hierzulande meist unvereinbare Dinge auf ganz natürliche Weise zusammen zu bringen: unbeirrbares, im altmodischen Sinne prinzipientreues und daher auch konjunkturunabhängiges politisches Engagement und einen ebenso unbeirrbaren Humor, der die Sache ernst, sich selbst aber nicht so wichtig nimmt...“
(Hispanorama)



Was bleibt, was wird

Eine bürgerliche Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner und Markus Munzer-Dorn



Ein Streifzug durch die Landschaften (deutschen) demokratischen Bewußtseins in Vergangenheit und Gegenwart, ein Innehalten bei und ein Verweis auf manche Kernbereiche demokratischen Denkens und Handelns, die unter dem Druck alltäglicher Sachzwänge uns allen - und nicht nur ‘der Politik’ - zuweilen zu entgleiten drohen.

Ausgangspunkt ist der Vormärz, das Gedankengut der ‘bürgerlichen’ Revolution von 1848, die Zeiten danach und die Frage, was aus all dem eigentlich geworden ist; - nicht so sehr in Gestalt demokratischer Institutionen und staatlicher Strukturen, sondern an den Schnittstellen zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bewußtsein, zwischen der Gestaltung des eigenen Lebens und der Gestaltung gesellschaftlichen Handelns oder Unterlassens.

Mit den Mitteln der Konzertlesung verbinden Urs M. Fiechtner und Markus Munzer-Dorn in einer Vielfalt literarischer und musikalischer Formen Wort und Musik, Lyrik und Lieder zu einer geschlossenen Einheit, deren Komponenten sich wechselseitig ergänzen und miteinander kontrastieren. In freier Improvisation - auf starre, einstudierte Programme wird sehr bewußt verzichtet - entsteht auf der Bühne ein lebendiger, immer wieder erneuerter Dialog, der Fragen nach unserer Geschichte und Gegenwart stellt - Antworten werden nicht mitgeliefert.


„Der ulmer Schauspielmusiker interpretiert seine Texte mit selbstironischem Understatement. Tiefsinn tragen diese Verse versteckt in sich und nicht plakativ vor sich her. Unprätentiös, aber gar nicht banal sind die Melodien dazu. Die Konzertgitarre spielt Munzer-Dorn mit ausgefeilter klassischer Technik - seine feinen Sologitarren-Miniaturen ergänzen die besinnlichen Titel.“
(stereoplay)

„Ein Liedermacher, und einer, der wirklich Gitarre spielen kann dazu. Markus Munzer-Dorn ist ausgebildeter Gitarrist und Musiker... Die kompositorische Erfahrung wirkt sich erfreulich aus...
Insgesamt tritt hier seit längerer Zeit wieder ein Liedermacher und ein sensibler Zeitgenosse auf, von dem sich noch Überraschungen erwarten lassen...“
(Frankfurter Rundschau)

„Da sitzt ein brillanter Vorleser auf der Bühne, der ein paar Geschichten erzählen möchte. ‘Welche? Das wissen wir selbst noch nicht genau. Es ist nicht immer klug, direkt auf ein Thema zuzumarschieren - manchmal ist es besser, es zuerst zu betrachten, zu umkreisen, sich langsam zu nähern. Damit es nicht erschrickt und wegläuft. Oder gar zurückbeißt.’ Als Urs M. Fiechtner das erste Blatt umschlägt, beginnt sein Begleiter leise auf der Gitarre zu spielen...“
(Schwarzwälder Bote)



amnesty international von innen

Vortrag und Lesung
mit Urs M. Fiechtner



Kaum jemand kennt die größte und älteste Menschenrechtsorganisation der Welt besser als Urs M. Fiechtner. Seit über 35 Jahren hat er sie begleitet und über sie geschrieben, hat von ihren Erfolgen und Niederlagen berichtet, hat mit den Tätern und Opfern von Menschenrechtsverletzungen gesprochen, das zähe Ringen um die Durchsetzung der Menschenrechte mitgestaltet und viele Konflikte auf der Suche nach dem richtigen Weg miterlebt. Kenntnisreich und einfühlsam, bei allem Engagement aber auch nüchtern und kritisch gibt er erhellende Einblicke in das Innenleben der Organisation und ihrer Arbeit.


Konzertlesung

Frei und gleich geboren!

Vorstellung der Buchreihe und Lesung mit Urs M. Fiechtner
oder
Lesung mit Urs M. Fiechtner und
Reiner Engelmann

oder
Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely



An die 100 Autorinnen und Autoren aus aller Welt haben bisher mit Originalbeiträgen an den von Urs M. Fiechtner und Reiner Engelmann im Verlag Sauerländer heraus-gegebenen Lesebüchern zu Themen rund um die Menschenrechtserklärung der UNO mitgearbeitet.

Die ebenso thematisch wie literarisch sehr vielseitigen Lesebücher für Jugendliche und Erwachsene sind als ‚Bibliothek im Kleinen, die zum Stöbern einladen will‘ (Fiechtner) angelegt. Ein breites Spektrum von belletristischen Texten, die von der Kurzgeschichte über Liedtexte und Gedichte bis hin zu Theaterstücken reicht, wechselt sich mit Sachtexten, Berichten, Reportagen und Essays ab. Zu den Autoren zählen renommierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus allen Kulturkreisen ebenso wie Wissenschaftler oder Fachleute aus großen humanitären Hilfsorganisationen und Menschenrechtsorganisationen, bekannte Journalisten sowie Opfer von Menschenrechtsverletzungen und Zeitzeugen.

Jeder Band behandelt Themen, die sich aus Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ergeben und wesentliche Aspekte des heutigen Menschenrechtsbegriffs fassbar machen.
Band I – Frei und gleich geboren – beschäftigt sich mit den bürgerlichen und politischen Menschenrechten, auch „Freiheitsrechte“ genannt.
Band II – aller menschen würde – erläutert den Begriff der Menschenwürde und beschreibt die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen, u.a. am Beispiel von amnesty international.
Band III – Frei von Furcht und Not – erklärt die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte.
Band IV – Kinder ohne Kindheit - konzentriert sich auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen, die sich aus den Menschenrechten ergeben und in einer eigenen Konvention der UN festgeschrieben worden sind.
Band V ist zur Zeit in Vorbereitung., erscheinen wird er zum 60. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte 2008.


Kinder ohne Kindheit

Autorenlesung oder Konzertlesung


Der neue Band Kinder ohne Kindheit in der Lesebuchreihe von Fiechtner/Engelmann rund um die Menschenrechts-Erklärung greift die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in einer von Krisen gebeutelten Welt auf. Neben traditionellen Buchvorstellungen mit Fiechtner oder Engelmann sind auch Konzertlesungen mit Fiechtner und Vesely zu diesem Thema möglich.


Die Würde des Menschen ist (un)antastbar

Autorenlesung
oder Vortrag
oder Konzertlesung


Ein Thema aus dem politischen Alltag in gut der Hälfte aller Länder der Welt, ein Thema das schon immer gerne verschwiegen wurde und das uns doch, spätestens seit dem "Krieg gegen den Terror“, über die Umwege von Abu Ghreib und Guantánamo immer wieder erreicht. „Die Folter hat aufgehört zu existieren“, schrieb ein triumphierender Victor Hugo im Jahr 1874, und irrte sich sehr - heute ist sie weiter verbreitet, als sie es jemals war. Fiechtner und Vesely sind hier kundige und nüchterne Berichterstatter - der eine als erfahrener Mitarbeiter und Berater von Menschenrechts-Organisationen, der andere als Zeitzeuge aus den Verhörzentren von Pinochets Militärdiktatur.
Veranstalter können zwischen verschiedenen Varianten wählen - Autorenlesung, Konzertlesung oder Vortrag - denen allen gemeinsam ist, dass sie sich in einer zurückhaltenden und niemals plakativen, aber immer erhellenden und informativen Form dem Thema annähern.
Auf Wunsch kann zusätzlich eine Ausstellung von amnesty international unter demselben Titel bestellt werden, an der Mitglieder der autorengruppe79 mitgearbeitet haben: Kontakt: ai.ulm@freenet.de. Nähere Informationen zur Ausstellung unter www.amnesty.de/ulm.


Inmitten von allem...

Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Markus Munzer-Dorn


Mit dem Leben hier und heute, dem Leben im Zentrum Europas und der Suche nach Orientierung in einer weitgehend orientierungslosen Zeit, mit dem Zustand unserer Gesellschaft und der Identität und Integrität des einzelnen Menschen beschäftigt sich diese Konzertlesung, die mit den Mitteln der Literatur und Musik Themen unserer Gegenwart umreißt und verdichtet: eine Konzertlesung zu Aspekten der Zeitgeschichte also, die aber doch - wie es Sache der Literatur ist - weit über das Tagesgeschehen oder den bloßen Zeitgeist hinausgreift.

„Inmitten von allem...“ verbindet Wort und Musik, Lyrik und Lieder zu einer harmonischen Einheit, deren Komponenten sich wechselseitig ergänzen oder kommentieren. Die präzise, gleichwohl bilderkräftige Lyrik Fiechtners wird hier um den hintergründigen, feinfühligen Sprachwitz Munzer-Dorns ergänzt und erweitert, dessen Lieder irgendwo in der Mitte zwischen vertonter Poesie und Chanson anzusiedeln sind.

„Markus Munzer-Dorns Doppelbegabung ist bemerkenswert: einerseits ist er ein vorzüglicher Gitarrist, der stilsicher und geschmackvoll die Gitarrenliteratur zwischen Frühbarock und Neuzeit interpretiert, andererseits ist er ein sprachgewandter und ambitionierter Verfasser von Gedichten, Essays und kleinen Geschichten. Eine ideale Synthese erfahren diese Möglichkeiten in seinen Liedern, die sowohl textlich wie auch musikalisch überzeugen durch stimmige, sehr genau aufeinander ausgerichtete Verarbeitung und durch seinen klaren, bisweilen ironisch lockeren, oft auch melancholisch eingefärbten Vortrag, der aber immer im Persönlichen verbleibt...
Textlich wie musikalisch besticht er durch eine deutliche Artikulation, vorzügliches Stilbewußtsein und handwerkliches Können...
Daneben zeichnen sich seine Lieder durch eine fast ideale musikalische Gestaltung aus, deren breitgefächertes Spektrum vom einfachen melodiösen Strophenlied bis zum harmonisch ausgefeilten, lautmalerisch angereicherten, durchkomponierten Stück reicht...
Was bei seinen Liedern eine wunderbare, staunenswerte Wirkung hinterläßt, (ist) seine ganz persönliche Ausdruckskraft...“
(Donau-Kurier)

„Urs M. Fiechtner hat in seinen Gedichten und seiner Prosa eine eigene, unverwechselbare Einheit von innerem Engagement und Distanz in Sprache und Form geschaffen. Sein umfangreiches Werk schöpft aus der Gabe der scharfen Beobachtung des Kleinen, das Großes erzählt, und hoher moralischer Sensibilität (...), wobei Fiechtner häufig die formale Distanz nahezu dokumentierenden Erzählens mit hoher Musikalität und einer hohen sprachlichen und emotionalen Intensität verbindet.“
(Aus der Begründung zur Verleihung des Thaddäus-Troll-Literaturpreises)



Gesang für América

Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely


Ein poetisch-musikalischer Streifzug durch einige zentrale Epochen der indianischen Geschichte Lateinamerikas, gleichzeitig auch ein Streifzug durch die Vielzahl literarischer und musikalischer Formen, die sich aus der Verknüpfung von Stilmitteln aus der indianischen, hispanoamerikanischen und europäischen Lyrik, Prosa und Musik ergeben.

Die Konzertlesung „Gesang für América - Die alte Überlieferung“ fußt auf dem ersten Teil des gleichnamigen Buches von Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely. Er berichtet vom Ursprung, vom Aufbau und schließlich von der Zerstörung indianischer Kulturen in Mittel- und Südamerika. Eingewoben in die epischen Gedichte und Lieder von Fiechtner/Vesely sind Zitate aus der indianischen Poesie und Überlieferung sowie von Bartolomé de las Casas und anderen Chronisten.

Die Historie steht jedoch nur scheinbar im Vordergrund. Fiechtner und Vesely verstehen ihre Beschäftigung mit der Vergangenheit als Mittel zum Verständnis der Gegenwart - zwischen den Zeilen werden Geschichte und Gegenwart aufeinander bezogen, zahllose Anspielungen halten der Gegenwart den Spiegel der Vergangenheit vor.

Dieser erste Teil des „Gesang für América“ gehört zu den bekanntesten und besonders häufig aufgeführten Konzertlesungen von Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely. Die Vielfalt literarischer und musikalischer Formen, die hier harmonisch miteinander verknüpft werden sowie der Blick auf die Historie aus einer (für Europäer) eher ungewohnten Perspektive sind nicht nur für das Fachpublikum interessant, sondern auch für einen Hörerkreis, dem das Thema ungewohnt ist oder der sich bisher für epische Lyrik (oder die Lyrik überhaupt) nicht erwärmen konnte.

„Aus verschiedenen Elementen ein einheitliches Ganzes, ein Bild Südamerikas, das Vergangenheit und Gegenwart aufeinander bezieht und auseinander erklärt. Das gelingt mühelos dank einer Sprache, die blendend, nein, erhellend formuliert und von großer poetischer Dichte ist...“
(Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

„Und wie ging das alles vor sich? Virtuos! Ein kulturelles Ereignis besonderer Art lieferten die beiden Akteure. Wort und Ton, in meisterlicher Weise miteinander verbunden. Beide beherrschten ihre Instrumente. Präzise Gedanken in klaren Begriffen mit sanften, melodiösen, doch zielgerichteten Tönen von Urs M. Fiechtner in den Raum gesandt. Von Gitarrenklängen untermalt, unterbrochen, zusammengefaßt, durch kontrastierende Ideen und ‘latino grove’ von Sergio Vesely erweitert - was immer die beiden Interpreten darstellten, es entwickelte sich zu einem brillanten Feuerwerk. Kurz gesagt, die beiden waren ein schöpferisches Ereignis - das war Kultur...“
(Baden-Württembergische Literaturtage Aalen)

„In einer ausladenden Bewegung, die geeignet ist, die Kenntnisse und Standpunkte (auch) des (Fach-) Publikums zu erweitern, wird der historische Gegenstand vorgeführt. Mit wenigen Worten nur wird er an- und aufgerissen, auf notwendigste Bestandteile reduziert. Und doch: Hier wird das Terrain überblickt und die Richtung bestimmt - artistisch!“
(Schwäbische Zeitung)



Konzertlesung

Gesang für América

Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Serio Vesely


Die Konzertlesung „Gesang für América - Die Kolonie“ beruht auf dem zweiten Teil des gleichnamigen Buches von Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely (Edition diá). Während der erste Teil vom Leben und Denken indianischer Kulturen bis in die Epoche der Eroberung berichtet, konzentrieren die Autoren sich nun auf die Geschichte des Europäers und des Kreolen in Lateinamerika: die Geschichte der Weißen.

Die Konzertlesung beginnt mit der Unterwerfung des indianischen Amerika, berichtet von der Rolle der europäischen Nationen bei der Kolonisierung des Doppelkontinentes, erzählt von den mit Federn und Schwertern ausgetragenen Kämpfen um die Verteilung der Konquistadorenbeute und endet schließlich mit dem Ringen der jungen lateinamerikanischen Staaten um ihre Unabhängigkeit.

Historisch umfaßt dieser zweite Teil des „Gesang für América“ die Zeiten zwischen dem frühen 16. und dem beginnenden 19. Jahrhundert - doch den Autoren geht es um weit mehr als nur um die bloße Rückschau auf vergangene Zeiten: im Gewand poetisch-historischer Betrachtung verbirgt sich eine präzise Beschreibung der Gegenwart.

Literarisch und musikalisch ist diese Konzertlesung ein herausragendes Beispiel für die besondere Fähigkeit von Fiechtner und Vesely, die Stilmittel zweier Sprachen und Kulturräume symbiotisch zu verknüpfen, ohne sie dabei zu vermengen. Die ausladende, bis ins sprachartistische reichende Vielfalt hispanoamerikanischer Epik verbindet sich hier mit der nüchtern-analytischen Präzision mitteleuropäischer Lyrik.


Hinweis für Veranstalter:
Eine Alternative zur Wahl zwischen dem ersten und dem zweiten Teil des „Gesang für América“ kann eine Doppelveranstaltung im Rahmen einer ‘Langen Nacht’ oder eine Kombination zwischen Matinée und Abendveranstaltung sein.


„Ist das Buch schon Kunstwerk an sich, der Vortrag erweist sich als gänzlich eigenständige, persönliche Kunstform. Fiechtner ist ein Berichterstatter von rhetorischen Gnaden, dessen Erzählung durchweg musikalisch enggeführt wird. Vesely unterlegt den Text lautmalerisch, illustriert und dramatisiert, so daß man bisweilen im Hörspielstudio zu sitzen glaubt. Blickt er gedankenverloren ins Leere, so ist er doch hart am Text. Mit einem Male nimmt Vesely den essayistischen Gedanken auf und beseelt ihn poetisch mit seinen Liedern, singt das Klagelied zur Geschichte wie aus uralten Zeiten und steht somit ein für die Erinnerung. Anders Fiechtner, das intellektuelle Rauhbein: Er ficht eine sprach-artistische Wortschlacht, nüchtern, was Europa betrifft, aber eindringlich. Sein forensisches Feuer ist gewaltig. Daß er im rasenden Zungenschlag mit gestochener Artikulation den Text verständlich halten kann, auch das wiederum zeugt von dessen literarischer Güte...
Das ist gewitzt verpackte Historie mit dauerndem Gegenwartsbezug, voll findiger Sprachbilder, voll sozialer Anklage. Man darf sagen: Fiechtner und Vesely sind Pfundskerle mit der authentischen Geradlinigkeit zu Schmerz und Gram, Wut und Spott...“
(Südwest Presse)



Im Auge des Jaguars

Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely


oder

Autorenlesung mit
Urs M. Fiechtner



Das Buch „Im Auge des Jaguars“ verbindet
eine Folge literarisch abwechslungsreich
gestalteter Kurzgeschichten und poetischer Prosaskizzen zu einem weit ausholenden Bogen über die lange Entwicklungsgeschichte indianischer Kulturen vor Kolumbus.

Auf der Grundlage alter Überlieferung und moderner historischer Forschung zeichnen Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely ein facettenreiches Bild indianischer Weltsicht und beschreiben zentrale Episoden und Schlüsselmomente einer gut 30.000 Jahre - und eben nicht erst 500 Jahre - währenden Kulturgeschichte Amerikas.

Ihr Interesse gilt jedoch weder den schon endlos oft geschilderten Mythen des Weißen Mannes und seinem mal aufs sensationelle (‘Das Gold der Inkas’) oder profitable (dito) eingegrenzten Blick, noch der von wohlmeinenden Philosophen der (wiederum europäischen) Aufklärung inszenierten und bis heute anhaltend modischen Suche nach dem ‘Edlen Wilden’. Ihr Interesse gilt vielmehr jenen Überlieferungen, historischen Ereignissen oder Personen, die stellvertretend für die Identität der erstgeborenen Amerikaner stehen und die das Entstehen und das Gedankengut der von Europäern fast vollständig zerstörten indianischen Zivilisationen verständlich und faßbar machen können.

Parallel zum Gang durch die Geschichte ist „Im Auge des Jaguars“ auch ein Gang durch die literarischen Mittel und Wege der Prosa, die das Thema ermöglicht. Hier wird Historie nicht um ihrer selbst willen erzählt - im Ton des Erzählers und Überlieferers schimmert immer wieder ein dauernder Bezug zur Gegenwart durch, mal in hintersinnig verschlüsselten Anspielungen, mal mit offener, vergnüglicher Ironie.

Für Konzertlesungen hat Sergio Vesely Elemente aus den Kurzgeschichten und Prosaskizzen Fiechtners vertont und mit Liedern nach Texten des indianischen Dichters Nezahualcóyotl aus dem 15. Jahrhundert ergänzt.

„Aus den poetischen Erzählungen spricht weder die trockene Sehweise eines Geschichtsforschers noch die des ‘edlen weißen Mannes’. Sie ist vielmehr durchdrungen von indianischer Weltsicht und Symbolik, die vermittelt wird durch die an der Geschichte Beteiligten, Leidtragenden. Unsentimental, jedoch auf subtile Weise ergreifend, wird lebendiges Erzählgut auf einem literarischen Bilderbogen aufgefädelt, der mystische Kraft verströmt.“
(Badisches Tagblatt)

„Anrührend authentisch.“
(Der Tagesspiegel)

„Ein geschichtlich, aber auch literarisch anspruchvolles Buch.“
(Stuttgarter Nachrichten)

„In dieser Konfrontation alter Kulturen mit dem Geist der modernen Zeit kann der Leser einen Schlüssel finden für ein besseres Verständnis von Historie und Lebensart der Menschen, die heute Amerikaner heißen.“
(Rheinische Post)



Die Stummen Hunde

Konzertlesung mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely


Mit Akribie hat der cubanische Ethnologe und Schriftsteller Miguel Barnet jahrelang Fabeln der Karibik gesammelt, in denen sich die mündliche Überlieferung aus Regionen Afrikas mit spanischen und indianischen Erzählformen in einzigartiger Weise vermischt hat.
Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely haben sein keineswegs nur für Ethnologen interessantes Standardwerk Akeké y la Jutía ins Deutsche übertragen („Die Stummen Hunde“, Edition día Berlin) und stellen bei besonderen Gelegenheiten eine Auswahl ebenso skurriler wie lebens-weiser Fabeln als Konzertlesung vor.


Erwachen in der Neuen Welt

Autorenlesung für Jugendliche und Erwachsene mit Urs M. Fiechtner oder Autorenlesung für Kinder und Jugendliche mit Sergio Vesely

Bartolomé de las Casas (1484 bis 1566) zählt ohne Zweifel zu den berühmtesten, leichzeitig auch umstrittendsten Persönlichkeiten der europäischen Kolonial- und Kirchengeschichte. Der andalusische Kaufmannssohn, der Latein- und Theologieschüler, der Grund- und Minenbesitzer, der Sklavenhalter und Militärkaplan, der Prediger und Chronist, der politische Beamte, streitbare Priester, Mönch und schließlich Bischof wandelte sich im Verlauf seines abenteuerlichen Lebens vom ‘ganz gewöhnlichen Kolonisten’ zu einem der ersten (und besonders lautstarken) Ankläger der maßlosen Greuel- taten, die Europas Eroberer an den amerikanischen Völkern begangen, und wurde zum Gegenstand erbitterter, bis zum heutigen Tage anhaltender Auseinandersetzungen um die Rolle Europas und der Kirche bei der Eroberung Amerikas.
‘Erwachen in der Neuen Welt’ ist eine spannend geschriebene, bis ins letzte Detail auf historischen Dokumenten beruhende Romanbiographie über die ersten 30 Lebensjahre von Bartolomé de las Casas, jener Epoche also, in der er ‘die Seiten wechselte’ und die bisher in der Literatur fast keinen Niederschlag gefunden hat. Aber gerade diese Wandlung vom Mitläufer, Mit-Profiteur und Mittäter des gewaltsamen Eindringens Europas in die amerikanische Welt zum Verteidiger indianischer Lebensrechte und zum Vermittler zwischen den Welten ist das Thema, das Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely interessiert - übrigens nicht nur auf die Vergangenheit bezogen: wie immer, wenn die Autoren über ein historisches Thema schreiben, spüren sie einem besseren Verständnis der Gegenwart nach und verknüpfen ihr Thema mit Bezügen auf die heutige Zeit.

„Ein beeindruckendes Buch, eine gelungene Mischung aus Erzählung und Sachbuch, das Kolonial-, Glaubens- und Kirchengeschichte sowie das Alltagsleben der Menschen des ausgehenden Mittelalters fesselnd zu beschreiben vermag. Das ist kein leichter Schmöker, man liest lange daran, muß sich manchmal ganz schön konzentrieren, will am Ende aber unbedingt mehr wissen. Für alle historisch interessierten Leser eine wirkliche Entdeckung mit vielen Bezügen zur Gegenwart...“
(Neue Westfälische)

„Unmengen von Dokumenten haben Fiechtner und Vesely durchwühlt, um nicht nur die Wege, sondern auch die Gedanken des jungen Las Casas nachgehen zu können. Emtstanden ist ein spritzig geschriebenes Buch, das vor allem den jugendlichen Werdegang beleuchtet. Eingebettet in eine abenteuerliche Welt um das Jahr 1500, zeichnen sie den Weg vom Kaufmannssohn über den Theologieschüler bis hin zum Sklavenhalter und Militärgeistlichen. Doch Las Casas paßt sich nicht an...
Wichtig ist den Autoren die Sozialisation, die langsame und zähe Wandlung des jungen Mannes, die Entdeckung der Neuen Welt durch die Konfrontation mit der indianischen Kultur. Dadurch lebt das Buch. Und es reizt am Ende, Gedanken und Schriften des Mannes, der vielen noch heute als ‘Anarchist’ gilt, zu studieren...“
(Frankfurter Neue Presse)



Konzertlesung

Mit brennender Geduld

Konzertlesung
mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely


Nicht oft - dafür aber „mit besonderem Vergnügen“ - stellen Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely auf der Bühne auch Texte anderer Autoren vor. Nicht wenige der Bücher von Fiechtner und Vesely sind von dem literarischen Experiment geprägt, die Stilelemente und Ausdrucksmittel des lateinamerikanischen und des deutschen Sprachraumes miteinander zu verbinden. Gewissermaßen als „Nebenprodukt“ sind dabei auch viele Übersetzungen, Interpretationen und Vertonungen der Texte bekannter und noch unentdeckter lateinamerikanischer Autoren entstanden, die Fiechtner und Vesely gelegentlich in Autorenlesungen oder Konzertlesungen zu einem lebendigen Bilderbogen der Formen, Themen und Anliegen hispanoamerikanischer Literatur zusammenstellen.

„Mit brennender Geduld“ (der Titel geht auf einen, in Lateinamerika häufig zitierten, Vers von Rimbaud zurück) ist ein unprätentiöser Streifzug durch die lateinamerikanische Literatur unter Verwendung von Auszügen - fast immer in eigenen Übersetzungen - aus den Werken von Gabriela Mistral, Pablo Neruda, Rubén Darío, Vincente Huidobro, César Vallejo, Jorge Luis Borges, Carlos Drummond de Andrade, Ernesto Cardenal, Vinicio de Moraes, Octavio Paz, Antonio Skármeta, Javier Villafane, Julio Cortázar , Juan Gelman und vielen anderen.

Eine sehr private und persönliche Zusammenstellung, die sich ständig ändert und erneuert ; - kein Litera-turseminar eben, sondern ein poetischer, ebenso nach-denklicher wie amüsanter Streifzug durch ein buchstäblich weites Feld an Formen und Themen, der gelegentlich auch mit Zitaten aus der indianischen Literatur und Überlieferung oder der modernen Volksdichtung erweitert werden kann.

„Die Gedichte, von Fiechtner hervorragend übersetzt, reichten von der Romantik bis hin zur kaltschnäuzigen Beschwerde gegen die Obrigkeit... Stolz, wehmütig, kritisch, bissig, lebensbejahend, voller Energie -’Mit brennender Geduld’ war mehr als nur eine Konzertlesung, in der lateinamerikanische Literatur vorgestellt wurde: es war die Vermittlung eines uns weitgehend unbekannten Lebensgefühls...“
(Oberhessische Presse)

„Kunst den Menschen nahe zu bringen, ist Aufgabe des Interpreten. In diesem Sinne waren zwei Meister ihres Faches am Werk, prädestiniert, das nachvollziehbar zu machen, was an Erfahrungen lateinamerikanischer Völker in Literatur und Musik Niederschlag gefunden hat...“
(Südwest Presse)




Qual der Wahl? - Zum 30jährigen Buch- und Bühnen - "Jubiläum" empfehlen wir besonders eine Mischung aus ganz neuen und aus sehr bewährten Themen für Konzertlesungen - oder einfach solche, die Fiechtner & Vesely besonders gerne auf die Bühne bringen…:


Mit Möwenzungen in der Mehrzweckhalle

30 Jahre Literatur & Musik

Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely


Fiechtner und Vesely erzählen von ihren Erfahrungen mit Veranstaltungen, Verlegern und Büchern, geben erhellende Einblicke in die Welt hinter den Kulissen des Kulturbetriebes und beschreiben ihren Umgang mit Literatur und Musik.in einer Auswahl von Lyrik, Liedern und Geschichten aus 30 Jahren.

Dies ist mein Haus

Pablo Neruda über sein Leben und Werk

Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely

Ein Teil der gemeinsamen Arbeit in der autorengruppe79 bestand und besteht auch darin , die Literatur und Musik anderer Kulturkreise im deutschsprachigen Raum in verständlichen Formen vorzustellen. Ein markantes Beispiel dafür ist die langjährige Arbeit von Fiechtner und Vesely an und mit Über-setzungen und Vertonungen der Werke des chilenischen Nobelpreisträgers. In dieser Konzertlesung ziehen sie eine Zwischenbilanz ihrer Sicht auf sein Leben und Werk. Ohne umständliche Kommentare lassen sie mit neuen Übersetzungen und Vertonungen von Texten Nerudas ihn selbst seine Haltung zur Literatur und zum Leben erklären.

Gesang für América

- Die alte Überlieferung

Gesang für América

- Santa Cruz de Indias - Die Kolonie

Konzertlesungen
mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely


Fragt man Fiechtner und Vesely nach ihren Lieblingsbüchern, dann steht ihr Gesang für América an oberster Stelle. Die daraus entwickelten Konzertlesungen zählten und zählen zu den beliebtesten überhaupt. Dieser poetisch-musikalische Streifzug durch zentrale Epochen der lateinamerikanischen Geschichte ist gleichzeitig eine kunstvolle Revue über die Vielfalt literarischer Formen, die sich aus der Verbindung von Stilmitteln der indianischen, hispano-amerikanischen und deutschen Lyrik, Prosa und Musik ergeben.
Die Konzertlesungen folgen den beiden Teilen des Buches (aktuelle zweisprachige Ausgabe im Schmetterling-Verlag Stuttgart, auf Wunsch mit Unterrichtseinheit für Spanischlernende). Der erste, bekanntere Teil behandelt die indianische Geschichte und die Eroberung, der zweite Teil erzählt die Geschichte der Kolonie. Veranstalter können zwischen beiden Teilen wählen, zu besonderen Gelegenheiten empfiehlt sich eine „Lange Nacht“ mit beiden Konzertlesungen für Hartgesottene.

Geschichten aus dem Niemandsland

Konzertlesung mit
Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely


Der Umgang mit Menschenrechtsthemen gehört seit 30 Jahren zu den Schwerpunkten der literarischen Arbeit der autorengruppe79 und des Duos Fiechtner/Vesey.. Der ehemalige politische Gefangene Vesely und der erfahrene Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen Fiechtner verstehen es, unaufdringlich, einfühlsam und dennoch präzise von Opfern und Tätern politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung zu berichten.

Die Poesie, vielleicht

oder was Dichter sagen wollen

Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner & Sergio Vesely


Was bedeutet eigentlich Literatur, welchen Sinn hat das ganze Geschreibe und wie sieht es bloß in den Köpfen der Literaten aus? – Diesen und anderen Fragen gehen Fiechtner und Vesely mit einer Auswahl von Gedichten und Kurzgeschichten aus 30 Jahren nach, wobei sie sich hier und dort in Gestalt von Veselys Vertonungen deutscher Klassiker von Goethe über Heine bis Kästner auch mal des Rates ehrwürdiger Kollegen versichern und die eigene Zunft nicht schonen (siehe u.A. Fiechtners Literatensatire „Der Dichter“ im Schmetterling-Verlag Stuttgart).

Über Dichter

Versuche über die Poesie und ihre Verursacher

Autorenlesung
mit Urs M. Fiechtner

Eine Variation desselben Themas in der Form einer Autorenlesung über die Literatur selbst, eine Reflektion über die Hintergründe und den Sinn (zuweilen auch Unsinn) schriftstellerischen Tuns sowie über die Grenzen und Möglichkeiten der Literatur, zusammengefasst aus dem Blickwinkel eines Autors, der seine Themen ernst, sich selbst und seine Zunft aber nicht so wichtig nimmt.

Frei und gleich geboren!

Bücher für die Menschenrechte -
Vorstellung einer Lesebuch-Reihe


Vorstellung der Buchreihe und Lesung mit Urs M. Fiechtner
oder
Lesung mit Urs M. Fiechtner und
Reiner Engelmann
oder
Konzertlesung
mit Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely

Ein aktuelles Beispiel für die interkulturelle und interdisziplinäre Arbeit der autorengruppe79 ist die seit 1998 bei Sauerländer erscheinende Buchreihe mit Lesebüchern rund um die Menschenrechte von Fiechtner und Engelmann mit inzwischen weit über 100 beteiligten Autorinnen und Autoren aus aller Welt. Lyriker und Essayisten, Erzähler und Romanciers, Wissenschaftler und Betroffene, Journalisten und Akteure berichten aus ihrer Sicht in vielfältigen Formen über Probleme unserer Zeit.